Schadensersatz bei LARP?

Wenn zwei sich prügeln freut sich der Dritte? Auf LARP-Veranstaltungen gilt fast immer ein ungewöhnlich hoher Sicherheitsstandard. Waffen und andere Requisiten sind aus weichem Material, Rüstungen gepolstert und medizinisches Personal gibt es häufig auch. Aber was passiert, wenn zwei Ritter kämpfen und sich dabei einer verletzt?

Dies klärte das Oberlandesgericht Oldenburg (OLG). Der Beschluss Ende April 2016 (Beschl. v. 28.04.2016, Az. 3 U 20/16) legte nun nahe, dass Verletzungen bei LARP-Veranstaltungen ähnlich gehandhabt werden müssen wie die bei Kampfsportarten. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass es sich beim verhandelten Fall nicht um Absicht handelte. Also keine vorsetzliche Tat vorliegt. Solange dies der Fall sei, wäre Schadensersatz nicht denkbar.

Was bedeutet dies nun für LARP-Spieler?

Wer auf eine solche Veranstaltung geht und aktiv an Kämpfen teilnimmt, muss wie jeder andere Kampfsportler von Verletzungen ausgehen. Dies bedeutet allerdings auch, dass Live Action Roleplay mittlerweile auch als eine Form von Kampfsportart angesehen werden kann. Die körperliche Betätigung ist dabei offensichtlich.

Man darf allerdings nicht davon ausgehen, dass man eine Art Freifahrtsschein für Verletzungen bei LARP-Kämpfen hat. Wer vorsätzlich handelt, macht sich in jedem Fall strafbar. Im Zweifelsfall sollte man diesen Verdacht gar nicht erst aufkommen lassen und sich angemessen und vor allem verantwortungsbewusst verhalten.

Generell empfiehlt es sich, nicht nur für LARP, eine Haftpflichtversicherung zu besitzen. Ob diese Sachschäden und Verletzungen abdeckt sollte ebenfalls im Vorfeld abgeklärt werden. Daher sollte auch der Versicherer gefragt werden.

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